Das Handgelenk besteht aus verschiedenen Teilgelenken und stellt zusammen mit den Fingergelenken das funktionale, komplexe Gelenkgebilde der Hand dar. Menschen können den Unterarm so drehen, dass sie ihre Hand als Greifwerkzeug einsetzen können. Die Struktur- und Knochenvielfalt hat aber auch Nachteile. So kann sich der Mensch bei einem Sturz auf die Hand schwere Verletzungen am Handgelenk zuziehen. Aber auch übermäßige und falsche Beanspruchungen können Schmerzen und Erkrankungen im Handgelenk verursachen.

Aufbau des Handgelenks

Das menschliche Handgelenk besteht aus diversen Untereinheiten. Die Speiche (Knochen des Unterarms) bildet die erste, daumenseitige Untereinheit. Ergänzt wird die Einheit der Speiche durch einige Handwurzelknochen. Diese werden als Kahnbein, Mondbein und Dreiecksbein bezeichnet.

Eine weitere Handgelenkeinheit ist zwischen den genannten Handwurzelknochen erster Reihe sowie weiteren Handwurzelknochen (zweiter Reihe) – dem Hakenbein, dem Hauptbein sowie dem großen und kleinen Vieleckbein – zu finden. Des Weiteren spielt der Unterarmknochen Elle zusammen mit seinem Griffelfortsatz kleinfingerseitig eine wichtige funktionelle Rolle. Durch umgebende Bänder und Sehnen erhält das Handgelenk dann seine Stabilität.

Schematische Darstellung des Handgelenks

Aufbau-Handgelenk-Schema

  • A – H = Handwurzelknochen
  • A Kahnbein (Os scaphoideum)
  • B Mondbein (Os lunatum)
  • C Dreiecksbein (Os triquetrum)
  • D Erbsenbein (Os pisiforme)
  • E Großes Vieleckbein (Os trapezium)
  • F Kleines Vieleckbein (Os trapezoideum)
  • G Kopfbein (Os capitatum)
  • H Hakenbein (Os hamatum)
  • 1 Speiche (Radius)
  • 2 Elle (Ulna)
  • 3 Mittelhandknochen (Ossa metacarpalia)

Aufgaben und Funktion des Handgelenks

Das Handgelenk setzt sich aus verschiedenen Teilgelenken zusammen, die zusammen die vielfältigen Aufgaben und Funktionen des Gelenks möglich machen. Unter anderem erlauben sie die Palmarflexion – eine Beugung des Gelenkes in Richtung der Handfläche (bis zu einem Winkel von 80 °. Auch in die entgegengesetzte Richtung (Richtung Handrücken) ist eine Streckung möglich. Dies wird Dorsalextension genannt. Zuletzt kann das Handgelenk auch seitlich nach links und rechts abgespreizt werden (30 ° bis 40 °).

Dank der zahlreichen Funktionen kann das Handgelenk die Hand in verschiedene Positionen bringen und sie dort ausreichend stabilisieren. So werden vom Handgelenk aus beispielsweise Hand- und Fingerbewegungen wie das Greifen, das feste Zugreifen und der stabile Präzisionsgriff gesteuert.

Bänder

Die Handgelenke werden durch zahlreiche Bänder gestützt, die die Bewegungen führen und die Gelenkkapsel verstärken.

Handgelenk_Schema_Baender

Bänder zwischen Unterarmknochen und proximalen Handwurzelknochen:

  • Seitenbänder
  • Speichen-Handbänder
  • Ellen-Handbänder

Bänder zwischen benachbarten Handwurzelknochen:

  • Binnenbänder
  • Flächenbänder

Bänder zwischen Mittelhand- und Handwurzelknochen:

  • Ligamentum pisometacarpale
  • Ligamentum carpometacarpale dorsale
  • Ligamentum carpometacarpale palmare

Das Karpalband, welches vom Hakenbein und Erbsenbein zum Höcker des Vieleckbeines und Kahnbeins verläuft, spannt sich quer über die Handwurzelknochen. Damit schließt es den knöchern-bindegewebigen Kanal, den Karpaltunnel. Auf der Handrückenseite befinden sich die in der Sehnenscheide befindlichen Streckersehnen.

Beschwerden und Krankheiten des Handgelenks

Beschwerden am Handgelenk entstehen sowohl durch Verletzungen als auch durch Erkrankungen. Das „Karpaltunnelsyndrom“ zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Handgelenks. Es zeichnet sich durch eine Nervenkompression im Bereich der Handwurzel aus, was mit Schmerzen verbunden ist, die bis in den Arm ausstrahlen können. Später kann es zu einem Muskelschwund am Daumenballen kommen.

Weitere Erkrankungen und Beschwerden können

  • Knochenbrüche,
  • Überbeanspruchungen,
  • Sehnenscheidenentzündung,
  • Gelenkverschleiß bzw. Arthrose sowie
  • Knochenbrüche

sein. Aber auch äußerlich können Erkrankungen auftreten, wie zum Beispiel Neurodermitis.

Untersuchungsmöglichkeiten

Neben dem CT (Computertomographie), dem MRT (Kernspintomographie) und der Szintigraphie gilt auch die Arthroskopie (Handgelenkspiegelung) heute zu den modernen Diagnoseformen. Diese wird in örtlicher Arm-Betäubung durchgeführt. Eine anschließende, sofortige Therapie ist wichtig und sollte direkt an den Zentren mit durchgeführt werden, um eine zweite Operation (unter Narkose) zu vermeiden.