Ein Knochenbruch ist eine schmerzhafte Angelegenheit. Aber auch eine Prellung oder Verstauchung lösen starke Schmerzen aus. Für den Laien ist eine gebrochene Hand nicht immer sofort zu erkennen, denn auch beim Bruch kann man diese durchaus noch bewegen. Ist die Hand stark verletzt, ist Erste Hilfe sehr wichtig, denn diese kann Schlimmeres verhindern. Danach sollte so schnell wie möglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Mittelhandbruch – Symptome

hand-gebrochen-untersuchungIst die Hand gebrochen, redet man von einem sogenannten Mittelhandbruch. Das kann bei einem Sturz aber auch einem Aufprall passieren. Ganz egal, ob man hinfällt oder aus Versehen mit der Hand irgendwo gegen schlägt und es zu einem Aufprall kommt – ein Bruch kann schnell passieren.

Die Hand besteht aus fünf Mittelhandknochen. Mit diesen Knochen sind die Finger, die insgesamt aus 14 Knochen bestehen, verbunden. Ist einer der Mittelhandknochen gebrochen, dann liegt ein Handbruch vor. Die Symptome sind bei fast allen Betroffenen gleich:

  • deutlich sichtbare Schwellung
  • Bewegungsschmerz
  • Druckschmerz
  • Einschränkung der Bewegung
  • Unnatürliche Form
  • Schiefstellung der Gelenke

Auch wenn einer oder mehrere Mittelhandknochen oder vielleicht Finger gebrochen sind, kann die Hand unter Umständen noch bewegt werden. Da die Schwellung im Laufe der Zeit jedoch immer mehr zunimmt, wird die Bewegung stark eingeschränkt und die Schmerzen nehmen zu. In vielen Fällen kommt auch eine Verletzung von Haut und Weichteilen bei einem Handbruch hinzu.

Hand gebrochen – was tun?

Liegt der Verdacht auf einen Handbruch vor, kann Zuhause eine kurze Kontrolle durchgeführt werden. Die einzelnen Handknochen werden sehr vorsichtig von unten nach oben abgetastet. Das gelingt, indem man mit zwei Fingern leicht über den Knochen streicht. Auch die einzelnen Fingerknochen können abgetastet werden, indem man mit dem Daumen und Zeigefinger der gesunden Hand von unten nach oben am Knochen entlang fährt. Lassen sich Verschiebungen fühlen, kann das ein Anzeichen für einen Bruch sein. Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Knochen selber zu richten. Dabei könnten Blutgefäße und Nerven, die in der Nähe liegen, verletzt werden.

Handbruch – Erste Hilfe

Es ist wichtig, den Bruch nicht zu verschlimmern. Daher sollte die verletzte Hand so schnell wie möglich ruhig gestellt werden. Da Betroffene in der Regel aber große Schmerzen bei einem Bruch haben, ist dies nicht immer ganz so einfach. Mit ein paar schonenden Handgriffen sollte eine Ruhigstellung jedoch gelingen:

Fingerbruch: Den gebrochenen Finger mithilfe einer Binde an den Finger daneben fixieren. So bekommt das gebrochene Glied Halt und die Hand kann ruhig gestellt werden. Danach sollte ein nasser Umschlag zum Kühlen angebracht werden, denn dieser verlangsamt auch das Anschwellen.

Handbruch: Bei einem Mittelhandbruch kann ein Tennisball in die Handinnenfläche gelegt und anschließend ein lockerer Verband angelegt werden. Ist der Bruch zu schmerzhaft, schafft ein kalter Umschlag Linderung.

Um die gebrochene Hand auch auf dem Weg ins Krankenhaus zu schonen, hilft ein Dreickeckstuch, in welches der Arm gelegt werden kann.

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Schiene anlegen – Handgelenk gebrochen

Das Anlegen einer Schiene ist sehr schmerzhaft. Um den Bruch nicht zu verschlimmern, sollte dies nur ein Arzt machen. Falls jedoch das Handgelenk gebrochen ist, kann man aus verschiedenen Utensilien eine Schiene bauen. Diese stützt das betroffene Gelenk während der Fahrt in die Notaufnahme. Mit einem weichen Material, wie zum Beispiel etwas Schaumstoff oder einem Strumpf, kann die Bruchstelle abgedeckt werden. Danach können einfache Hilfsmittel, wie zwei Stöcke, ein Lineal oder Ähnliches, als Schiene mit einer Mullbinde angebracht werden. So ist zum einen die Bruchstelle gut geschützt, und zum anderen kann das ruhig gestellte Gelenk nicht mehr bewegt werden, wodurch Gefäßverletzungen vermieden werden.

  • Bruchstelle mit weichem Material abdecken
  • Lineal oder Stöcke zum Schienen verwenden
  • Mit einer Mullbinde fixieren

Handelt es sich um einen offenen Bruch, muss die betroffene Stelle sofort mit einer sterilen Kompresse abgedeckt werden. Diese sollten in jeder Hausapotheke vorhanden sein und sind auch im Autoverbandskasten zu finden.

Handgelenk: Bruch oder Prellung?

Ob ein Bruch oder eine Prellung vorliegt, lässt sich nicht immer sofort sagen. Oft kann dies auch nur durch eine Röntgenaufnahme im Krankenhaus festgestellt werden. Bei einer Prellung oder einer Handgelenk-Verstauchung zeigen sich die folgenden Symptome:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Bewegungs- und Druckschmerz
  • allgemeine Schmerzen der betroffenen Umgebung
  • und im späteren ein Bluterguss

Erste Hilfe – PECH

Pech ist ein einfaches Wort, an dem sich Personen, die Erste Hilfe bei einer gebrochenen Hand leisten, orientieren können. Das PECH-Schema hilft dem Ersthelfer, denn es zeigt Schritt für Schritt, wie der Verletzte versorgt werden sollte:

  1. Pause (das betroffenen und die angrenzenden Gelenke ruhig stellen)
  2. Eis (die verletzte Stelle kühlen)
  3. Compression (Druck bzw. Druckverband mithilfe von Bandagen oder Mullbinden)
  4. Hochlagern (das betroffene Gelenk hochlagern)

Ist das Pech-Schema erledigt, muss sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Hand gebrochen – Gips oder Schiene

Ist die Hand gebrochen, dann kann eine Röntgenaufnahme die Diagnose Handbruch bestätigen. In diesem Fall wird der Arzt zuerst eine Schiene verordnen und anlegen. Die Schiene besteht aus einem harten Material und ist im Inneren gepolstert. Sie wird mit Klammern oder mit Bandagen an der gebrochenen Stelle angelegt. So wird die gebrochene Hand komplett ruhig gestellt, und die Schiene kann mithilfe der Bandagen immer wieder angepasst werden. Das ist besonders in der ersten Woche wichtig, denn die Bruchstelle ist stark geschwollen, und kann erst dann mit einem Gips fixiert werden, wenn die Schwellung zurück gegangen ist.

Ist die Schwellung nach durchschnittlich einer Woche abgeklungen, kann ein Gipsverband angelegt werden. In der Regel muss dieser für drei bis vier Wochen getragen werden, denn erst dann ist der Bruch verheilt. Falls die Schwellung noch nicht abgeklungen ist, kann auch ein Glasfaserverband angelegt werden. Dieser stützt und stabilisiert den Bruch ebenso wie ein Gipsverband, kann aber leichter erneuert und wieder angepasst werden.

Schmerzen nach einem Bruch lindern

Sind die Schmerzen zu stark, wird der Arzt ein entsprechendes Medikament verschreiben. Zusätzlich kann die betroffene Region gekühlt werden. Hilfreich ist auch ein Hochlagern der betroffenen Gelenke. Auch Schwellungen lassen sich reduzieren, wenn die Hand oberhalb des Herzens gehalten wird. In der Regel hilft diese Schonhaltung sehr gut, wenn sie für mindestens 48 Stunden eingenommen wird. Tagsüber kann der Arm dabei in einem Dreieckstuch liegen, während Kissen und Ähnliches in der Nacht eine Stütze bieten.