Ein verstauchtes Handgelenk tritt schneller auf, als man sich vorstellt. Eine ungewollte Bewegung beim Fitnessport, ein Sturz beim Volleyball Training und schon ist es passiert. Das Handgelenk ist ein relativ sensibles Gefüge, auch wenn es bei Sportlern im Laufe der Zeit „lernt“ höheren Belastungen Stand zu halten. Die Anatomie des Handgelenks ist dabei sehr komplex. Das Problem bei Stürzen ist, auch wenn die äußerlichen Folgen wie Hautverletzungen und Abschürfungen nach wenigen Tagen so gut wie verschwunden sind kann das Handgelenk immer noch einen Schaden davon getragen haben. Meist kommen mit derartigen Verletzungen, gerade wenn man sich beim Aufprall ungünstig am Boden abstützt nämlich auch innere Verletzungen vor. Unter Umständen bringen diese über einen längeren Zeitraum Schmerzen mit sich und schränken die Handgelenkbewegung ein. Was man tun kann zeigen wir.

Ursache eines verstauchten Handgelenks

handgelenk verstaucht hilfeEine Handgelenksverstauchung entsteht aufgrund einer Überdehnung der Bänder im Handgelenk, die für eine ordentliche Funktion der Hand verantwortlich sind. Unter Umständen, ist die Belastung stärker kann es zu Knochenbrüchen oder einem Bänderriss kommen. Bei einer Verstauchung ist man allerdings nochmal glimpflich an einem Handgelenkbruch vorbei gekommen. Kommt es zu einer Fehlstellung des Gelenks oder einer extremen Fehlbewegung könnte ein Bruch des Kahnbeins oder der Speiche die Folge sein. Begleiterscheinungen eines verstauchten Gelenks in der Hand sind oftmals Anschwellungen und Blutergüsse. Manchmal treten diese dabei erst einige Stunden nach der Verletzung auf.

Die Symptome – Verstaucht oder gebrochen?

Nach einem Umknicken, Verdrehen oder starker Belastung auf das menschliche Handgelenk kann es also zu einer Überdehnung oder Schädigung der Bänder und der Kapseln des Gelenks kommen. Diese Überdehnung oder auch Zerrung des Kapsel-Band-Apperats (Distorsion) bringt oftmals folgende Symptome eines verstauchten Handgelenks mit. Die Schmerzen beginnen zumeist sofort, vor allem bei Bewegung des Handgelenks. Ein Hämatom (also Bluterguss) und eine geschwollene Hand sind erste Anzeichen für eine Handgelenk Verstauchung. Dabei kann man es zwar noch belasten, die Funktionstüchtigkeit ist allerdings eingeschränkt. Wenn das Handgelenk verstaucht ist, ohne dass eine Schwellung oder Blutergüsse auftreten so kann dies täuschen.

Man sollte infolge der Vermutung auf eine Verstauchung einen Orthopäden aufsuchen, der einem durch ein Röntgenbild genauere Informationen über die Folgen und das Ausmaß der Überdehnung geben kann. So wird ebenfalls festgestellt, ob möglicherweise ein Handbruch vorliegt. Auch eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie wird gerne durchgeführt, um das Ausmaß der Verletzungen zu erschließen. An den Symptomen allein kann man dies nämlich nur schwer erkennen.

Erste Maßnahmen, die man bei einer Handgelenksverstauchung treffen kann

Um erste Hilfe zu leisten sollte man vor allem kühlen. Sofortige Beendigung der vorherigen Tätigkeit ist selbstverständlich. Eine Eis-Compression (sogenannte PECH-Regel) mindert die Schwellung. Auch das Hochlagern ist wichtig. Im Klartext also: Die Belastung der Hand direkt einstellen und das Handgelenk mit Eis kühlen. Hierbei kann man zum Beispiel einen Kühlakku in ein Handtuch wickeln und diese Kompression auf das entsprechende Handgelenk drücken. Der Kompressionsverband und das Hochlagern über die Herzhöhe sorgen dafür, dass die Gefahr einer Handgelenk Schwellung minimiert wird. Der Heilungsprozess wird in Gang gesetzt.

Normalerweise benötigt das Handgelenk in den folgenden Tagen dann vor allem Ruhe. Die Bewegungen sollten weitmöglichst eingeschränkt werden. Eine Handgelenkschiene kann hierbei dienlich sein. Nehmen die Handgelenkschmerzen auch nach mehreren Tagen nicht ab sollte man einen Facharzt konsultieren. Wird das Handgelenk nämlich dann nicht entsprechend behandelt, so kann es zu bleibenden Schäden und einer somit beeinträchtigten Bewegung des Handgelenks kommen. Folgeschäden sollte man also durch einen Besuch beim Arzt dann vermeiden.

Dauer der Heilung

Wie lange die Heilung des verstauchten Handgelenks benötigt ist nicht genau vorherzusehen. In der Regel sollte man abwarten bis die Schmerzen nachlassen und dann Stück für Stück mit schmerzfreien Belastungen beginnen. Nach 2-3 Monaten kann man mit einer normalen Belastung rechnen, wenn die Heilung ohne Komplikationen verläuft. Nach einer Abheilung der Verstauchung kann man damit beginnen nach und nach das Handgelenk wieder zu belasten. Hierbei darf es aber nicht mehr zu unangenehmen Beschwerden oder Schmerzen kommen. Zu lange sollte man das Gelenk nämlich auch nicht ruhig stellen, da das Handgelenk sonst instabil werden könnte.

Was hilft noch – Verstauchung im Handgelenk behandeln mit Hausmitteln

Altbekannte Hausmittel gegen Verstauchungen und Prellungen , aber auch Zerrungen sind eine Möglichkeit der Selbstbehandlung. Folgende Hausmittel haben sich hierbei bewährt.

  • Quarkwickel: 200 g Quark auf die Stelle geben und dann mit einem Tuch umwickeln. Dieser Quarkwickel wirkt entzündungshemmend und abschwellend. Nach wenigen Stunden kann man dies mit einem neuen Umschlag wiederholen.
  • Franzbranntwein: Franzbranntwein bekommt man mittlerweile in viele Drogerien oder auch online. Die betroffenen Stellen damit einreiben, um die Durchblutungsfördernde Wirkung des darin enthaltenen Alkohols und der ätherischen Öle zu nutzen.
  • Eis: Das bereits oben erwähnte Eis ist eine der wichtigsten Soforthilfemaßnahmen bei einer Schwellung oder Prellung des Handgelenks.

Prävention und Schutz vor Verstauchungen – Bandagen

Bandagen und richtiges Training sind ein wirksamer Schutz bei Sportbetätigung. Sie minimieren die Belastung und verhindern Überbelastung. Bei unterschiedlichen Sportarten und auch beim Fitnesstraining bietet sich diese Form des Schutzes an, um kein Risiko einer Verletzung des Handgelenks einzugehen. Regelmäßiges Training festigt zudem die Bänder. Weitere Hintergrundinformationen über Handgelenkserkrankungen einzuholen könnte zudem hilfreich sein.