Die Gründe für Handgelenkschmerzen sind sehr vielseitig, sodass es für die richtige Therapie wichtig ist, die Beschwerden zu beobachten. Je bessere Angaben Sie Ihrem Arzt machen können, desto einfacher kann er eine Diagnose stellen und desto effektiver ist die entsprechende Therapie. Dokumentieren sollten Sie, wann die Schmerzen auftreten und welche Arbeiten Sie zuvor ausgeführt haben. Es sollte geklärt werden, ob die Handgelenkschmerzen häufig oder nur selten oder nur bei bestimmten Bewegungsabläufen auftreten.

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Schmerzlinderung nach Stürzen

Treten nach einem Sturz oder Schlag auf die Hand die Schmerzen auf, kann es sich um eine einfache Stauchung oder Prellung handeln. In einem solchen Fall ist es sehr wichtig, das Handgelenk zu schonen. Dazu kann eine Armschlinge umgelegt werden oder aber Sie setzen auf Schienen bzw. Manschetten, durch die lediglich das Handgelenk ruhiggestellt werden. Derartige Manschetten sind in Apotheken, Drogerien oder auch online erhältlich.

Gegen die Schwellung kann man das Handgelenk kühlen. Kühlpads sind ebenfalls in Apotheken oder online erhältlich und werden einfach ins Gefrierfach gelegt. Hilfreich ist auch ein Verband oder eine Handgelenkbandage mit einer Sportsalbe, die schmerzstillend wirkt. Sollten die Beschwerden jedoch nach zwei bis drei Tagen nicht weg sein, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, damit ein Bruch des Handgelenks ausgeschlossen bzw. behandelt werden kann.

Eine Diagnose kann der Arzt bereits durch Abtasten stellen. Alternativ dazu wird eine Röntgenaufnahme vom betroffenen Handgelenk vorgenommen.

Behandlung von Sehnenscheidenentzündung

Kann die Ursache nicht auf einen Unfall zurückgeführt werden, dann ist eine Diagnose wesentlich schwerer. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen des Handgelenkes, bei denen die Bänder und der Sehnenapparat in Mitleidenschaft gezogen wurde. Am häufigsten tritt eine Sehnenscheidenentzündung auf. Eine Kühlung des Handgelenks kann hierbei kurzzeitig Linderung verschaffen.

Viel wichtiger ist es aber, den betroffenen Arm ruhig zu stellen, was durch eine Armschlinge oder entsprechende Manschetten erfolgt. In ganz schmerzhaften Fällen verschreibt der Arzt eine schmerzstillende Salbe oder sogar Schmerzmittel in Form von Tabletten. Damit es nicht umgehend zu einem Rückfall kommt, sollte die ursächliche Überanstrengung gemieden werden.

>> Zum Ruhigstellen dient eine entsprechende Handgelenkschiene

Halten die Schmerzen über Wochen und Monate an, ist von einer chronischen Entzündung auszugehen. In einem solchen Fall helfen warme Umschläge eher als kalte und oftmals verhelfen auch besondere Massagen und die Behandlung mit Reizstrom zu einer Linderung. In einem solchen Fall sollte aber unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Therapien beim Karpaltunnelsyndrom oder bei Ganglien

Schmerzen im Handgelenk können aber auch durch ein Karpaltunnelsyndrom oder ein Ganglion hervorgerufen worden sein. Handelt es sich um eine leichte Form des Karpaltunnelsyndroms, dann wird das Handgelenk in der Regel durch Schienen und Manschetten ruhig gestellt. Dabei kann es sein, dass nur über Nacht eine Schiene getragen werden muss.

Zudem wird eine Therapie mit Kortisonpräparaten eingeleitet. Kann so keine Linderung herbeigeführt werden, ist eine Operation erforderlich. Alternativ dazu wurden auch mit Ultraschallwellen sehr gute Ergebnisse erzielt. Eine Therapie eines Karpaltunnelsyndroms ist immer dann erforderlich, wenn die Beschwerden sehr häufig auftreten und länger anhalten. Besonders wenn sich ein Taubheitsgefühl einstellt, ist ein Handeln in Form einer Operation erforderlich. Der Chirurg öffnet dabei die Bänder, die den Karpaltunnel begrenzen. So wird mehr Platz für den Nerv geschaffen und der Druck auf das Handgelenk wird minimiert.

Ist ein Ganglion für die Schmerzen verantwortlich kommt es bei der Wahl der richtigen Therapie darauf an, ob es kontinuierlich Schmerzen verursacht oder nicht. Ist dies nicht der Fall, muss es auch nicht behandelt werden, da es sich in den meisten Fällen von alleine zurückbildet. Bleibt das Ganglion aber hartnäckig vorhanden, verursacht Schmerzen und ein Druckgefühl und ist optisch störend, dann kann es durch unterschiedliche Operationsmethoden entfernt werden.

In vielen Fällen sticht der Arzt ein Ganglion mit einer Hohlnadel an und lässt die Flüssigkeit ab. Im Anschluss spritzt er Kortison oder ein anderes Medikament in den Zystenhohlraum, um so zu verhindern, dass sich das Ganglion erneut bilden kann. In anderen Fällen wird in einer Operation das gesamte Ganglion entfernt.

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Behandlung von Arthrose

Hin und wieder liegt auch eine Arthrose im Handgelenk oder im Daumengrundgelenk vor und ist für die Beschwerden verantwortlich. In der Regel wird eine Handgelenkarthrose mit Kälteanwendungen und Reizstrom behandelt und es wird eine stützende Manschette angelegt, durch die der betroffene Arm ruhiggestellt wird. Sind die Schmerzen stark, kommt eine Behandlung mit Medikamenten hinzu.

In sehr schwer Fällen kann nur eine operative Therapie Linderung verschaffen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei einer Arthroskopie beispielsweise wird der Knorpel-Bandscheibe zwischen Elle und Speiche korrigiert. Des Weiteren ist eine Transplantation von Muskelgewebe möglich, welches dann als Gelenkknorpelersatz verwendet wird. Eine Linderung der Beschwerden kann aber auch durch ein Durchtrennen von bestimmten Nervenbahnen bewirkt werden. In ganz schlimmen Fällen ist der Einsatz einer Gelenkprothese der letzte Ausweg.

Fazit

Es ist wichtig, die Schmerzen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und besser einen Arzt aufzusuchen. Nach einer eingehenden Untersuchung kann er eine Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie anordnen. In der Regel besteht diese aus der Ruhigstellung des betroffenen Arms. Auch die Versorgung mit Salben ist gängig. In Fällen bei denen eine Entzündung verantwortlich ist, werden nicht selten Antibiotika verschrieben.